31.03.2017

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann,

Keine Kommentare:
ich weiß ja, Sie haben viel zu tun, aber daß auch Ihre Mitarbeiter seit mehr als 3 Wochen keine Antwort auf meinen Brief vom 11.März hinbekommen, wundert mich doch sehr. Liegt es etwa an dem, was ich als post scriptum vermerkt hatte?
PS: Ich weise vorab darauf hin, daß ich Ihre Antwort auch gerne
veröffentlichen möchte, zB im Rahmen von http://matthiasausk.blogspot.de/search/label/Krankenhaus oder bei den "Mittwochsdemonstrationen" in Künzelsau und gehe  davon aus, daß Sie mit einer Veröffentlichung auch selbstverständlich einverstanden sind.


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

ich hoffe sehr, Sie erinnern sich noch an das Wahlprogramm der GRÜNEN für die Wahl 2016. Insbesondere möchte ich Ihnen die Passagen, die sich um die medizinische Versorgung drehen, in Erinnerung bringen. Dort stehen, in der mir vorliegenden Version des Programms ab Seite 76 hochinteresante Dinge, die sich in der von Ihnen verantworteten und von Herrn Minister Lucha durchgesetzten Politik kaum ein Jahr nach der Wahl allerdings nicht mehr wiederfinden:

Von "wohnortnaher Versorgung" lese ich dort "auch und gerade im ländlichen Raum". Wie verträgt sich das mit der grün-schwarzen Politik unter dem GRÜNEN(!) Minister Lucha, wonach in der Umgebung von Heilbronn gleich 3 ländliche Krankenhäuser vor der Schließung stehen?
Das alles, weil - so die Begründung der jeweiligen Landräte - nur bei Krankenhausschließungen eine weitere Förderung aus einem Förderprogramm des Landes möglich sei.

Auch im Koalitionsvertrag ist immer wieder von der Wichtigkeit der Gesundheit zu lesen und daß Sie "eine Krankenhausplanung vorantreiben, die sich am tatsächlichen Versorgungsbedarf der Bevölkerung orientiert". Das ist natürlich auch nett zu lesen.

Aber gerade die GRÜNEN mit dem GRÜNEN Minister Lucha verraten sowohl ihre Grundsätze als auch ihre eigenen Wahlversprechen - und handeln gegen die elementarsten Lebensinteressen der Bürger:

Ohne Krankenhausbetten keine Facharztversorgung - das weiß man aus der Vergangenheit und auch speziell in Künzelsau geben das auch die hiesigen Fachärzte zu bedenken - und wir haben in einigen Teilbereichen bereits heute eine ungenügende Facharztversorgung.

Die Notfallversorgung wird durch lange Fahrzeiten auf schlechten Straßen (bzw der ewig verstopften A6) deutlich verschlechtert - man sagt inzwischen, daß nach der Schließung des Krankenhauses Künzelsau die Verletzten mit dem weißen Auto weggebracht und mit dem schwarzen Auto wieder zurückgebracht werden. Ein Blick auf die bei SPIEGEL-Online vor einiger Zeit veröffentlichte interaktive Karte zeigt, wie weit die Entfernungen zu einem Krankenhaus für Menschen, die östlich von Künzelsau wohnen, sein werden, wenn das hiesige Krankenhaus wegfallen würde.  
"Auf der Fahrt zum Krankenhaus verstorben" ... soll man das zukünftig wieder öfter in der Zeitung lesen?
... und nein: Der beliebte Verweis auf den Rettungshubschrauber ist keine Lösung, einerseits aus finanziellen Gründen, andererseits ist das Kochertal ein bei Piloten berüchtigtes Nebelloch.

Ohne Krankenhausbetten aber auch keine Anreize für qualifizierte Mitarbeiter mehr, einen Arbeitsplatz in der Künzelsauer Industrie -das Kochertal ist ja einer der industriellen Schwerpunkte Baden-Württembergs - anzunehmen: Eine Abwanderung von Investitionen, Arbeitsplätzen, Know-How und natürlich Ausbildungsplätzen wäre die zwangsläufige Folge!

Im Koalitionsvertrag ist zB auch vom weitreichenden wirtschaftlichen Nutzen von Telemdizin zu lesen, ein in der Tat interessanter Ansatz zur Diagnoseunterstüzung ... nur braucht das halt auch wieder niemand, wenn es nur noch, wie sich das der Minister Lucha offenbar vorstellt, zentrale Krankenhausmoloche geben wird. 

Die mittel- und langfristige negativen wirtschaftlichen und sozialen Effekte der Vernachlässigung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sind viel größer als die scheinbaren kurzfristigen Einsparungen, die die auf wenige Jahre gewählten bzw ernannten Politiker erreichen wollen - diese Effekte werden ungleich schärfer auf uns alle zurückfallen. Auf uns Ältere vielleicht nicht mehr, sehr wohl aber auf unsere Kinder und Enkel, denen wir ja eigentlich eine wohlbereitete Welt hinterlassen wollten ... insbesondere das war ja früher immer das zentrale Anliegen der GRÜNEN.
 
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident - ich kann mir nicht vorstellen, daß diese Auswüchse im Gesundheitswesen, diese offensichtlich nur kurzfristig geldgetriebenen Verteilungskämpfe, wie sie derzeit unter Förderung von riesigen (und wie man inzwischen auch weiß, mittelfristig sehr unrentablen) medizinisch-industriellen Komplexen wie zB in Heilbronn unter tätiger Mithilfe insbesondere der GRÜNEN Landespolitik auf dem Rücken der ländlichen Bevölkerung ausgetragen werden, der GRÜNEN Einstellung und insbesondere Ihrer Einstellung entspricht.

Ich bitte Sie daher, mir mitzuteilen, inwiefern der Kurs von Minister Lucha, der laut Landrat Neth geradezu zwangsläufig zur Schließung des Krankenhauses in Künzelsau führen muß, mit dem Wahlprogramm der GRÜNEN und dem Koalitionsvertrag wenigstens einigermaßen in Deckung zu bringen ist. Ich kann hier nämlich keine Übereinstimmungen zwischen den Worten vor und kurz nach der Wahl und dem politischen Handeln erkennen.  
"Verläßlich. Nachhaltig. Innovativ" - so nennt sich der Titel des Koalitionsvertrags - reihenweise Krankenhausschließungen sind genau das Gegenteil davon!
Nicht verläßlich, nicht ganz und gar nicht nachhaltig und schon gar nicht innovativ. Aber vielleicht können Sie mir das verständlich machen.

Auch bitte ich um eine Information, wie die Landesregierung den jungen Menschen in unserem Lande die langfristige Verschlechterung ihrer Lebensverhältnisse, die durch die aktuelle Politik begründet wird, erklären möchte.

Die GRÜNEN Lokal- und Regionalpolitiker der Region sind ja in der aktuellen Diskussion bemerkenswert zurückhaltend. Genauer gesagt sind sie unsichtbar, nach der Wahl waren sie plötzlich verschwunden ... schämen sie sich vielleicht für das, was die von den GRÜNEN geführte Landesregierung gerade anrichtet? Meiner Meinung nach hätten sie übrigens allen Grund dazu.
 
Mit freundlichen Grüßen

30.03.2017

Fernsehtipp zum Krankenhaus / mit Update

Keine Kommentare:
Heute abend, 20:15 im SWR:

http://www.swr.de/zur-sache-baden-wuerttemberg/-/id=13831240/tv60p1/index.html

UPDATE: JETZT IN DER MEDIATHEK DES SWR: 

Hier und hier

22.03.2017

FAKE-NEWS in der Krankenhaussdebatte

Keine Kommentare:
Offenbar gibt es "interessierte Kreise", die die BI "Wir sind HK" und deren Vertreter in den Dreck ziehen wollen. 


Wie sonst ist es zu erklären, daß zum Beispiel vor einiger Zeit die Stimme das Wort "Bilanzbetrug" erwähnte, das vom Podium gesagt worden sei. Die im letzten Beitrag angesprochenen Rechercheure scheinen aber kräftig an der Arbeit zu sein, denn inzwischen hat sich offenbar Ralf Reichert bei Dr.Eckle entschuldigt - zu Recht, denn dieses Wort wurde damals nicht gesagt.

Wie sonst ist es zu erklären, daß plötzlich ein doch recht abwertender Ausdruck über den Herrn Landrat im Raum steht? Der ebenfalls nicht vom Podium gesagt wurde.

Irgendjemand verbreitet hier Unwahrheiten, die dann in der Öffentlichkeit plötzlich unwidersprochen im Raum stehen.  
Genau so gehen FAKE-NEWS, so produziert man alternative Fakten.

Sehr merkwürdig, das Ganze ... irgendjemandem scheinen die Bürger und die BI doch so kräftig an den politischen Karren zu fahren, daß dieser irgendjemand zu derart unterirdischen Mitteln greift und er jeglichen Sachbezug verläßt. Jetzt kommt plötzlich die Emotion nicht mehr aus "dem Volk" sondern ganz offenbar aus dem Umfeld der "politischen Kaste". Ganz klar, hier sollen die BI und ihre Repräsentanten und damit auch alle engagierten Bürger bewußt diskreditiert werden, ein anderes Bild kann gar nicht aufkommen.

Und dann gibt es da noch gewisse Kreisräte, die sich über öffentliches politisches Engagement der Bürger auch noch öffentlich echauffieren ... unfaßbar sowas, da fehlen einem die Worte! 
Wer glauben denn jene Kreisräte zu sein, daß sie nicht mehr merken, für wen sie eigentlich arbeiten? Wessen Vertreter sie sein sollen? Und letztendlich: Wer sie eigentlich gewählt hat? 
Ich glaube, da haben einige Personen die Bodenhaftung verloren und ein Selbstverständnis von Person und Amt entwickelt, das mit dem Sinn und Zweck ihres demokratischen Amtes nur noch wenig zu tun hat - das merk ich mir und irgendwann ist wieder eine Wahl. 

Dabei wäre es doch so einfach .... die Kreisräte könnten ja kommen und uns unbedarften Menschen, die wir so wenig von der schwierigen Materie verstehen, ein wenig erklären, warum ihre Entscheidungen gut waren und wie das Zukunftskonzept für die wohnortnahe medizinische Versorgung im Hohenlohekreis aussieht. Wir wären doch alle sehr froh, irgendwann einmal das Zukunftskonzept von Landrat und Kreistag zu erfahren - aber der Verdacht liegt nahe, daß es gar keines gibt, schließlich werden immer wieder neue Berater für teures Geld verpflichtet (so schwierig ist wohl die Materie, daß ein Berater allein gar nicht reicht) ...


Daß "unser" Landrat Dr.Neth mit den einfachen Bürgern keinen intensiven Kontakt pflegen möchte (er pflegt dafür lieber intensiven Austausch mit immer denselben Honoratioren, wie man der Presse regelmäßig entnehmen kann), hat man inzwischen begriffen und man erwartet von ihm auch nichts anderes mehr (soweit ist es gekommen, daß man in ihn keinerlei Hoffnung mehr setzt) - daß aber bisher von Kreis- und Landesgrünen sowie Kreis- und Landeschristdemokraten in der Krankenhausdiskussion außer beredtem Schweigen so gut wie nichts zu hören ist, das ist schon bezeichnend. Vor der Wahl waren sie überall präsent - jetzt sind sie abgetaucht. Sie werden schon ihre Gründe haben.

Wie sich aufrichtig enttäuschte Menschen anhören, zeigte sich heute, als Arnulf von Eyb, der CDU-Landtagsabgeordnete, bei der zufälligen Nennung seines Namens spontan ausgebuht wurde. 

Unsere Politiker sollten die politischen Stilmittel wirklich einmal überdenken.

Anderswo würde jetzt mit einem "SAD!" geschlossen, hier endets wie fast immer mit einem optimistischen

Venceremos

PS: Am Mittwoch, 29.3. ist die letzte Demonstration vor einer kurzen Osterpause - da sollten wir nochmal in großer Zahl vertreten sein.

06.03.2017

Sparsam sind sie ja, die Türken ....

Keine Kommentare:
Sie mieten sogenannte "Hallen" für ihre Minister an, in denen kein Kleintierzüchterverein seine Jahresausstellung durchführen würde: 


http://www.spiegel.de/politik/deutschland/hamburg-auftritt-von-tuerkischem-aussenminister-mevluet-cavusoglu-untersagt-a-1137559.html


Tsipras hätte für seinen Außenminister mindestens die ElPhi gemietet ...


04.03.2017

Aufruhr, nix als Aufruhr

Keine Kommentare:
Da macht man einmal im Jahr eine BürgerEinwohnerversammlung und schon gibts Aufruhr in der Stadt ...

Angefangen hat ja alles schon vor der eigentlichen Versammlung: Stehen da doch im Foyer einige Unverbesserliche Bürgerschrecks, die Plakate hochhalten, sowas gabs ja noch nie! Die Blicke einiger erschrockener Bürger ... unbezahlbar. Der Zuspruch aber auch.

Und dann werden die auch noch in der Zeitung und beim SWR (übrigens, SWR: die Demonstranten haben eben nicht WÄHREND der Versammlung demonstriert sondern davor. WÄHREND der Versammlung haben sie ganz brav den Ausführungen des Bürgermeisters zugehört.) gewürdigt. Und der Bürgermeister, der natürlich eilfertig von diesen Zuständen informiert wurde, hat diese Leute nicht etwa rausgeschmissen, sondern ihnen die Hände geschüttelt. 

Und seit dieser Versammlung gehts zur Sache! 

Da berichtet die Zeitung in mehreren Beiträgen über Einzelaspekte der Versammlung, über das Krankenhaus und vor allem über Neumanns Aussagen über seinen Rückzug aus dem Aufsichtsrat, und über das Kocherfreibad. So sehr gehts zur Sache, daß sich sogar Landrat Neth aus seinem maroden Bau heraustraut und sich doch tatsächlich zu einer Stellungnahme ans gemeine Volk hergibt. Die gute Nachricht dabei: Er lebt noch. Man mußte sich ja schon Sorgen um ihn machen, da man in letzter Zeit so wenig von ihm gehört hatte.

Und der Landrat will, so vermutet es das immer interessanter und politisch deutlicher werdende Gschwätz, hoch hinaus: Man vermutet dort, daß er Landrat in Heilbronn werden will. In Heilbronn (wo übrigens genau das Krankenhaus steht, das er zulasten des Standorts Künzelsau zumindest implizit so gefördert hat. HSQMYP) wäre er schon wieder ein Stück näher an Stuttgart -  lange acht Jahre in der hohenlohischen Provinz sind ja nun wirklich zu viel verlangt und man muß ja als karrierebewußter "Politiker" schon sehen, wo man bleibt. 
Die nächste gute Nachricht: Die Stimme beschäftigt neben dem Gutwetterplauderer Ralf Reichert auch Rechercheure - und so stellt sich plötzlich heraus, daß im Jahr 2016 die Messungen des Kocherwassers gar nicht "ungenügend" ausgefallen waren ... aber ausgerechnet wegen solcher "ungenügender" Messungen wollte man den Badebetrieb verbieten. Warum ist damals das Landratsamt nicht eingeschritten? Ganz seltsam, daß den Verantwortlichen in unserem Landratsamt derartige Pannen passieren ... und wer ist der Verantwortliche: Neth heißt er. Und man darf dann schon mal verwundert den Kopf schütteln, was alles so in seinem Amt passiert...


Ganz ehrlich: Wir brauchen diesen Neth nicht, der offenbar mit FAKE-NEWS an die Öffentlichkeit geht und aufgrund dieser falschen Zahlen sogar politisch handelt - wie soll man einem solchen Menschen denn die Zahlen, die er für das Krankenhaus präsentiert, noch glauben?  

Von mir aus sollen ihn doch die Heilbronner nehmen, lieber heute als morgen! In seinem konkreten Fall halte ich das alte Sprichtwort "'s kummt nix Bessres nooch" für nicht zutreffend. 

Kein Mensch braucht einen Politiker wie Neth, der weiterhin die Interessen "seiner" Bürger geflissentlich ignoriert!
Ignoriert? Ja, genau: Nebenan ein Ausriss aus der Stimme, wo er wörtlich zitiert wird! Es werden also "alle Akteure beteiligt", aber weiterhin weder die Bürger noch die sachkundigen Ärzte gefragt. Die BI sowieso nicht, das hat inzwischen trotz seiner Beteuerungen (FAKE-NEWS, sad!) auch keiner mehr ernsthaft erwartet, das scheint bei Neth nunmal Prinzip und ehernes Gesetz. 

Eine solche Politik und vor allem einen solchen Politiker braucht nun wirklich kein Mensch mehr. 

Wie hieß es doch bei den oben genannten Bürgerschrecks so treffend: 



Nun, lieber Herr Neth, wir würden Ihnen ja gerne zeigen, daß wir nicht blöd sind. Aber Sie reden ja nicht mit uns. 

Untertänigst!