31.01.2015

Neue Beliebigkeit im Kunstverein

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Die Eröffnungsrede war keine Rede sondern ein Gespräch, das zwei Künstler über die Kunst des einen führten. Wobei der andere dem einen suggestive Fragen stellte, die meist nur einen, des Fragestellers eben, Zugang zur Antwort zuließen.

Künstler (erklärend), Publikum (staundend), Werk (hängend)  und hinten rechts die Vergänglichkeit

Die Bilder sollen jedem einen anderen Zugang ermöglichen, kam anfangs noch heraus. Pure Beliebigkeit also - das kann man natürlich seit Goethe und seinem "Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen" niemandem mehr als große Neuigkeit verkaufen. 

Daß ein gewisses Maß an Humor in den Bildern sei, konnte man so oder so verstehen - daß aber der Humor den Existentialismus bricht, das halten wir mal fest. 

Wichtig war noch die Frage nach den großen und den kleinen Bildern. Die großen Bilder seien ja sein Metier, meinte der Künstler, aber da der Ausstellungsraum so klein sei, habe er kleine Bilder erzeugen müssen, extra für diese Ausstellung. Aber große Bilder verziehen mehr, sie seien gnädiger ... gut zu wissen, dann ist das wohl so.

Der Kaiser hatte nur ganz wenige Kleider an ... wir schalten also zurück zum existentiell Wesentlichen: 
 
Eine Figur bearbeitet den Raum. Die Handlungen sind banal, aber nicht eindeutig.

24.01.2015

Der Kunde sagt: DAS MERK ICH MIR! /2

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Samstag morgen im Café, so kurz nach Neun. Vor dem Einkaufsstreß noch schön ein kleines Frühstück nehmen, nen doppelten Espresso und vielleicht ein Croissant dazu, in aller Ruhe und dabei besprechen, welche Läden denn unbedingt sein müssen heute. 
Glück gehabt, an einem Tisch stehen gerade die Leute auf, der einzige freie Platz, die anderen Tische waren zwar leer, aber ab Neun reserviert. Bedienung rennt die Treppe runter und ist 10 Minuten nicht mehr zu sehen. Kommt die Treppe hoch und sagt, wir müßten jetzt aber warten, sie muß sich erst um die Reservierungen kümmern - von denen niemand da war.

Unerklärtes Schild in Schwäbisch Hall

So macht das keinen Spaß, da fängt der Tag nicht gut an, wenn man auf seinen Kaffee warten muß. Da haben wir halt unsere Siebensachen gepackt und sind wieder die Treppe runter - und da stand dann auch der Grund für die Abwesenheit der Bedienung:

Wegen einer "Fotografin" (in Gänsefüßchen. Also so eine Hobbyknipserin, die für nahezu lau und kleine Geschenke der fotografierten Geschäftsleute den echten Fotografen die Aufträge klaut) und eines Fotos für irgendsoein Werbewochenblatt mußte ausgerechnet am Samstag morgen um Neun, wo alle Kunden auf ihren Kaffee warten, der Cafébetrieb eingestellt werden.
Und Cheffe war so beseelt von seiner plötzlichen Wichtigkeit ("Hurra, ich komm in die Zeitung") - er hatte sich aber auch sowas von die HaareGlatze schön machen und die Knöpfe seiner schwarzen Gastronomenuniform  frisch polieren lassen-, daß er nicht begriffen hat, daß nicht die "Fotografin" (die muß er nämlich erstmal groß einladen. Wahrscheinlich waren die Plätze oben für sie und ihren gesamten Prosecco-Follower-Troß reserviert ...) die Gehälter seiner Mitarbeiter bezahlt, sondern die Kunden.

Wenn der Kunde dann ohne Umsatz weggeht, muß Cheffe dieses Geh weg ertragen. Er scheints aber nicht so recht verstanden zu haben, so beseelt wie er war ...


DAS MERK ICH MIR.

Und so kams, daß wir heute in der kleinen Vollkornbäckerei ums Eck unter lauter lustig aufgelegten Rentnerdamen unser Frühstück eingenommen haben. War aber nicht schlecht, da gehen wir das nächste mal vielleicht wieder hin. 
Ganz sicher NICHT mehr gehen wir in jenes Café, wo man uns bestimmt keine Träne nachweint. 

23.01.2015

Die Handlungen sind banal, aber nicht eindeutig.

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Ein Künstler, der so angekündigt wird, hats geschafft: 





(Wer die Eröffnungsrede hören will: Samstag, 31.01.2015 um 16.00 Uhr im Hohenloher Kunstverein.)

21.01.2015

Die heutige Jugend ...

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Auf eine Kleinanzeige im Internet meldet sich ein Interessent mit (OK, zugegeben, er hat es etwas feinsiniger ausgedrückt) "wasseissebestepreis?", worauf ich ihn daran erinnert habe, daß im Angebot ja bereits ein Preis mit dem Vermerk VHB stehe und er das annehmen oder ein Gegenangebot machen kann. 

Er hat dann tatsächlich ein Gegenangebot gemacht, das mir aber nicht zugesagt hat. Meint der junge Mensch doch glatt, daß da ja VHB stehe und er ja ein Angebot gemacht hätte und daß er jetzt gewonnen hat, weil sein Angebot schließlich im Rahmen des Verhandlungsspielraums gewesen sei.

Wird langsam klar, warum mir das Gegenangebot nicht zugesagt haben mag und warum mir um meine Rente angst und bange wird?  



11.01.2015

(not yet) abandoned places / 8

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Das Wärterhäuschen eines alten Wasserkraftwerks


hat sicher auch schon geradere Tage gesehen.
Aber die Vorhänge sind in Schuß!


10.01.2015

Heute Leute im Café belauscht ( Aus dem Handynotizbuch /27 )

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Älteres Paar, also noch älter als ich, unterhält sich über das Wesen des Franzosen im Allgemeinen und im Besonderen: 

Sie: "Der Südfranzose ist eigentlich lässig."

Er:  "Schon allein klimatisch bedingt."
Beide ab, Klappe.

Hilde und Heinz Becker leben.